Die Haltbarkeit von Zahnfüllungen in Deutschland hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Der aktuelle BARMER-Zahnreport 2025 belegt, dass Füllungen heute länger im Mund verbleiben als noch vor einem Jahrzehnt. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur Fortschritte in der zahnärztlichen Versorgung wider, sondern auch eine insgesamt verbesserte Mundgesundheit der Bevölkerung.
Längere Liegedauer von Füllungen
Laut dem Bericht hielten große Seitenzahnfüllungen, die im Jahr 2010 gelegt wurden, bei der Hälfte der Patientinnen und Patienten mindestens 6,5 Jahre. Bei Füllungen aus dem Jahr 2015 verlängerte sich diese durchschnittliche Liegedauer bereits auf 7,2 Jahre. Diese Daten basieren auf der Analyse von Abrechnungsdaten der vertragszahnärztlichen Versorgung von insgesamt 13,6 Millionen Versicherten über einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren.
Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, betont:
„Die Haltbarkeit von Zahnfüllungen nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Das deutet auf eine sich weiter verbessernde Mundgesundheit hin.“
Er weist jedoch darauf hin, dass die Auswirkungen des seit Jahresbeginn geltenden Amalgamverbots auf die künftige Füllungstherapie noch nicht abschließend beurteilt werden können.
Regionale Unterschiede in der Füllungshaltbarkeit
Der Zahnreport offenbart erhebliche regionale Unterschiede in der Haltbarkeit von Füllungen:
| Bundesland | Anteil der Füllungen nach 10 Jahren noch intakt | |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 42 % | |
| Bayern | Hoher Anteil (genaue Prozentzahl nicht angegeben) | |
| Sachsen-Anhalt | 18 % | |
| Bundesdurchschnitt | 34 % |
Diese Unterschiede lassen sich nicht allein durch die Qualität der zahnärztlichen Versorgung erklären. Vielmehr spielen soziale und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Regionen mit höherem Bildungsstand, besserer Beschäftigungslage und höherem Einkommen, wie Baden-Württemberg und Bayern, weisen eine längere Haltbarkeit von Füllungen auf. In sozial benachteiligten Regionen, etwa Sachsen-Anhalt, ist die Liegedauer hingegen kürzer.
Prof. Dr. Michael Walter von der Technischen Universität Dresden, Autor des BARMER-Zahnreports, unterstreicht die Bedeutung einer hochwertigen Füllungstherapie insbesondere für sozial benachteiligte Gruppen.
Bedeutung des Amalgamverbots und der Bedarf an Alternativen
Das seit Anfang 2025 geltende Verbot von Zahnamalgam stellt die Zahnmedizin vor neue Herausforderungen. Amalgam war aufgrund seiner Langlebigkeit und Kosteneffizienz ein bewährtes Füllmaterial. Nun müssen Alternativen gefunden werden, die ähnliche Eigenschaften aufweisen.
Die BARMER fordert daher:
- Kennzeichnungspflicht für zuzahlungsfreie Füllungen: Um Transparenz über die verwendeten Materialien zu gewährleisten, ähnlich wie es früher für Amalgam galt.
- Wissenschaftliche Studien zu Alternativmaterialien: Um deren Haltbarkeit und Eignung als Amalgam-Ersatz zu evaluieren.
- Sicherstellung einer hochwertigen, zuzahlungsfreien Füllungsversorgung: Besonders für sozial benachteiligte Patientinnen und Patienten.
Prof. Dr. Straub betont:
„Im Interesse der Versicherten muss eine hochwertige zuzahlungsfreie Füllungsversorgung weiterhin vollumfänglich gewährleistet sein.“
Die kontinuierliche Verbesserung der Füllungshaltbarkeit ist ein positives Signal für die zahnärztliche Versorgung in Deutschland. Gleichzeitig zeigt der BARMER-Zahnreport, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, um eine gleichwertige Versorgung in allen Regionen sicherzustellen und die Auswirkungen des Amalgamverbots zu bewältigen.