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Zahnärztinnen: Häufiger niedergelassen als Ärztinnen — Hintergründe, Zahlen und Entwicklungen

Credits : iStock.com/Harbucks

Zahnärztinnen entscheiden sich häufiger für die Selbstständigkeit als ihre Kolleginnen in der Humanmedizin. Laut einer aktuellen Versorgungsanalyse der Stiftung Gesundheit sind rund 75 % der Zahnärztinnen niedergelassen, während bei den Ärztinnen nur etwa 66,5 % diesen Weg wählen. Demnach arbeiten 33,5 % der Ärztinnen angestellt, bei den Zahnärztinnen sind es lediglich 24,9 %.

Unterschiede zwischen Zahnärztinnen und Ärztinnen

Die Entscheidung für oder gegen eine Niederlassung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zahnärztinnen scheinen häufiger den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen als ihre Kolleginnen in der Humanmedizin. Ein möglicher Grund könnte die Struktur des zahnärztlichen Berufs sein, der traditionell stärker auf Einzelpraxen ausgerichtet ist. Zudem bietet die Selbstständigkeit in der Zahnmedizin oft mehr Gestaltungsspielraum und unternehmerische Freiheit.

Anstellung in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ)

Ein wachsender Trend ist die Anstellung in MVZ. Zwischen 2022 und 2024 stieg der Anteil der Ärzte, die in MVZ angestellt sind, von 13,8 % auf 16,2 %, was einem Zuwachs von etwa 7.000 Ärzten entspricht. Dieser Anstieg könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, darunter die zunehmende Komplexität der Praxisführung und der Wunsch nach besserer Work-Life-Balance.

Regionale Unterschiede und Investitionsbereitschaft

Es gibt regionale Unterschiede in der Niederlassungsbereitschaft. In den neuen Bundesländern ist der Anteil der Existenzgründerinnen höher als in den alten Bundesländern. Zudem zeigen Studien, dass Zahnärztinnen tendenziell geringere Investitionen bei der Praxisübernahme tätigen als ihre männlichen Kollegen. Im Jahr 2020 betrug die Differenz der Investitionssummen zwischen Männern und Frauen etwa 85.000 Euro.

Die Entscheidung für eine Niederlassung ist komplex und hängt von vielen individuellen und strukturellen Faktoren ab. Während Zahnärztinnen häufiger den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, zeigt sich bei Ärztinnen eine stärkere Tendenz zur Anstellung. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von berufsspezifischen Strukturen bis hin zu persönlichen Lebensentwürfen.

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