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Ultraschall und Aerosole in der PZR – neue Studie prüft Schutzmaßnahmen

Credits : iStock.com/RossHelen

Aerosole bei der professionellen Zahnreinigung (PZR) stellen ein bekanntes Infektionsrisiko dar – nun liefert eine in-vitro-Studie unter standardisierten Laborbedingungen neue Daten zur Effektivität dreier Schutzstrategien.

Untersuchungsdesign im Überblick

  • Dreidimensionale Fluoreszenztechnik: Simulierter Biofilm auf Kunststoffzähnen wurde mittels Ultraschall-Maschinen (z. B. TIG, VEC) und Saughilfen gereinigt. Kontaminationen in der Umgebung wurden millimetergenau gemessen.
  • Getestete Schutzmaßnahmen:
  1. Standard-Saugkanüle (STS)
  2. Speichelsauger (CDS)
  3. Neuer Prophylaxesauger (PS-Kanüle) mit rotierendem Schild.

Ergebnisse: Wirkung der Saugtechniken

SaugtechnikAerosolreduktionEffektivität im direkten Umfeld
StandardkanüleBasisniveauGering rockkante Aufnahme
SpeichelsaugerModerate Verbesserung+20–30 % im direkten Mundbereich
ProphylaxesaugerDeutlich besserBis zu doppelte Absaugleistung

Selbst mit Hochvolumenabsaugung lassen sich etwa 50–66 % der Aerosole einfangen. Vollständige Eliminierung ist allerdings auch mit optimierter Technik nicht möglich .

Ultraschall vs. Schall – Unterschiede bei Aerosolbildung

  • Piezo-Ultraschallgeräte erzeugen zielgenauen, geringeren Spraynebel.
  • Schallscaler verteilen Aerosole großflächiger – vergleichsweise unkontrolliert.
    Beide kühlen mit Wasser/Kühlmittel, was Aerosolbildung jedoch per se bedingt.

Ergänzende Maßnahmen empfohlen

Zur Risikominimierung empfiehlt sich ein mehrstufiger Schutzansatz:

  1. Antimikrobielle Mundspülung (z. B. chlorhexidinhaltig) vor Beginn senkt die Keimlast um bis zu 90 % .
  2. Hochvolumenabsaugung (idealerweise ≥ 300 l/min) in Kombination mit Prophylaxesauger verbessert Aerosolaufnahme.
  3. Persönliche Schutzausrüstung: Mund-Nasen-Schutz (FFP 2/3), Schutzbrille oder Visier und Handschuhe gelten weiter als Standard.
  4. Ergonomische Arbeitstechnik: Sitzposition optimieren, Kanülenführung wie ein „Schirm“ über der Mundöffnung einsetzen und zweihändige Assistenz verwenden – so lässt sich Aerosol auch technisch reduzieren.

Praxisrelevanz – was das konkret bedeutet

  • Setzt man konsequent an mehreren Stellen an, lassen sich Aerosole drastisch verringern – auch wenn ein Restrisiko bleibt.
  • Speziell die Prophylaxesauger bieten einen spürbaren Fortschritt gegenüber Standardanlagen – gerade bei alleiniger PZR.
  • Ultraschallgeräte sind gegenüber Schallscalern zu bevorzugen, wenn es um Aerosolkontrolle geht.

Diese Studie bestätigt, was Prophylaxe-Expert:innen in der täglichen Arbeit beobachten: Aerosol-Schutz ist nur im Zusammenspiel wirksam – moderne Saugsysteme, Mundspülungen, präzises Handling und Schutzausrüstung bilden ein integriertes Schutznetzwerk. In der Pandemie- und Post-Pandemie-Zeit bleibt das Thema relevant – gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass mit geringem Mehraufwand ein deutlicher Sicherheitsgewinn erzielt werden kann.

Mit Blick auf Zahnarztpraxen und Prophylaxeteams legen die Erkenntnisse nahe, Schutzstrategie ernsthaft neu auszurichten – nicht nur technisch, sondern auch in Bezug auf Personaltraining, Investitionen und Hygienekonzepte.


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