Katrin Staffler, seit dem 28. Mai 2025 Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, fordert anlässlich der aktuellen Gesundheitsministerkonferenz tiefgreifende Reformen der Pflegeversicherung. Ihrer Ansicht nach sei ein „Weiter so“ keine Option mehr – es gelte strukturelle Veränderungen anzugehen, die Kommunen und Bürger stärker einbinden.
Ein Ziel: Generationenfeste Finanzierung und robuste Strukturen
Staffler macht klar: Die Pflegeversicherung steht an einem Scheidepunkt. Eine zukunftsfähige Finanzierung müsse Hand in Hand gehen mit belastbaren Strukturen – andernfalls drohe ein Systemkollaps.
Kommunale Pflegestrukturplanung stärken
Ein Schwerpunkt ihrer Reformforderungen liegt auf den Kommunen – als zentrale Akteure vor Ort:
- Räumliche Kapazitäten schaffen: Bereitstellung geeigneter Räume für Beratung, Tagespflege und ambulante Angebote
- Netzwerke fördern: Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Diensten ausbauen
- Beteiligung fördern: Pflegebedürftige und Angehörige in Planungsprozesse einbeziehen
Dazu fordert Staffler gezielte finanzielle Impulse durch Bund und Länder, um den Handlungsspielraum der Kommunen zu ermöglichen.
Bürokratieabbau und Digitalisierung – ein Zukunftsthema
Staffler sieht dringenden Handlungsbedarf beim bürokratischen Aufwand in der Pflege. Ein zentrales Anliegen ist die Wiederaufnahme und Weiterentwicklung des „Ein‑Step‑Projekts“, das digitale Dokumentation und SIS-Standards vereinfachte – mit dem Ziel, Pflegedokumentation schlanker zu gestalten.
Parallel dazu plädiert sie für einen Digitalisierungsschub im Pflegealltag – auch durch Gründung eines Kompetenzzentrums und Förderprogramme für digitale Strukturen .
Operative Baustellen: Anerkennungen & Bearbeitungsfristen
Staffler benennt konkret mögliche Verbesserungen:
- Beschleunigung ausländischer Berufsanerkennungen – um qualifiziertes Pflegepersonal zügig zu integrieren
- Verkürzte Bearbeitungszeiten im Bereich „Hilfe zur Pflege“, um bürokratische Hürden für Bedürftige zu beseitigen.
Wer ist Katrin Staffler?
Mit ihrer Ernennung zur Pflegebevollmächtigten am 28. Mai 2025 bringt die 43‑jährige Biochemikerin und Bundestagsabgeordnete frischen Wind in die Pflegepolitik. Sie sieht ihre relative fachfremde Perspektive sogar als Vorteil – da sie systemübergreifend an Klemmstellen herangehen könne
Reformagenda: Bestandteile im Überblick
| Reformfeld | Wesentliche Maßnahmen |
|---|---|
| Finanzierung | Einführung generationengerechter Beitragsmodelle; klare Finanzierungsmechanismen |
| Kommunale Strukturen | Bau und Förderung von Pflegeinfrastruktur vor Ort; bessere Teilhabe Betroffener |
| Bürokratie & Digitalisierung | Wiederbelebung des „Ein-Step-Modells“; Aufbau von Kompetenzzentren |
| Personal & Anerkennung | Schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse; digitale Tools gegen Leiharbeit-Probleme |
Mit einem klaren Fokus auf lokale Strukturen, Digitalisierung und pragmatische Beteiligung von Pflegebedürftigen präsentiert Staffler eine breit angelegte Vision – die darauf abzielt, Pflege in Deutschland langfristig resilient und bürgernah aufzustellen.