Press ESC to close

Home / Zahnmedizin / Langzeitstudie belegt: Stark geschädigte Zähne können langfristig erhalten bleiben

Langzeitstudie belegt: Stark geschädigte Zähne können langfristig erhalten bleiben

Credits : iStock.com/chanakon laorob

Eine aktuelle Langzeitstudie, vorgestellt auf dem EuroPerio11-Kongress, stellt die bisherige Annahme infrage, dass Zähne mit massivem Knochenabbau zwangsläufig entfernt werden müssen. Die Untersuchung zeigt, dass selbst stark geschädigte Zähne durch parodontale Regeneration langfristig stabil erhalten werden können.

Studienaufbau und Ergebnisse

Die Studie begleitete 50 Patientinnen und Patienten mit schwerer Parodontitis über einen Zeitraum von 20 Jahren. Alle Teilnehmenden hatten mindestens einen Zahn mit Attachmentverlust bis zur Wurzelspitze. Eine Gruppe erhielt eine regenerative Therapie zur Zahnerhaltung, die andere Gruppe eine Extraktion mit anschließendem Ersatz durch ein Implantat oder eine festsitzende Brücke. Nach 20 Jahren erwiesen sich beide Behandlungsoptionen als erfolgreich: In der Regenerationsgruppe gingen lediglich vier Zähne verloren, in der Ersatzgruppe versagten zwei Implantate. Die parodontalen Verhältnisse blieben über die Zeit stabil.

Voraussetzungen für den Zahnerhalt

Ob eine regenerative Behandlung sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Situation ab. Gute Mundhygiene, Nichtraucherstatus und eine hohe Patientenmotivation sind entscheidende Voraussetzungen. Der Eingriff selbst ist technisch anspruchsvoll und sollte erfahrenen Behandlerinnen und Behandlern vorbehalten sein.

Vergleich: Zahnerhalt vs. Zahnersatz

KriteriumZahnerhalt durch RegenerationZahnersatz (Implantat/Brücke)
ErfolgsquoteHochHoch
KomplikationsrateGeringGering
BehandlungsdauerVergleichbarVergleichbar
KostenNiedrigerHöher
Langfristige StabilitätStabilStabil

Die Studie zeigt, dass der Zahnerhalt langfristig die kostengünstigere Option ist, auch unter Berücksichtigung von Nachsorge und eventuellen Reparaturen.

Bedeutung für die zahnärztliche Praxis

Diese Erkenntnisse könnten einen Paradigmenwechsel in der zahnärztlichen Praxis einleiten. Der Fokus könnte verstärkt auf den Erhalt der natürlichen Zähne gelegt werden, anstatt frühzeitig auf Zahnersatz zu setzen. Dies erfordert jedoch eine individuelle Beurteilung jedes Falls und eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Behandler.

Die Langzeitstudie belegt, dass selbst stark geschädigte Zähne durch geeignete regenerative Maßnahmen langfristig erhalten werden können. Dies bietet Patienten nicht nur eine kostengünstigere, sondern auch eine nachhaltigere Alternative zum Zahnersatz. Eine sorgfältige Diagnostik und individuelle Therapieplanung sind dabei unerlässlich.

Share this: