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Hyalomma-Zecken in Deutschland: Wie gefährlich ist die neue Zeckenart wirklich?

Credits : iStock.com/digitalg

Die Hyalomma-Zecke, ursprünglich in Afrika, Asien und Südeuropa beheimatet, breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus. Diese Entwicklung wirft Fragen hinsichtlich potenzieller Gesundheitsrisiken auf, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krim-Kongo-Fieber.

Herkunft und Ausbreitung der Hyalomma-Zecke

Hyalomma-Zecken gelangen hauptsächlich durch Zugvögel nach Deutschland. Die Larven heften sich an die Vögel und lassen sich während der Reise nieder. In den letzten Jahren wurden vermehrt adulte Hyalomma-Zecken in Deutschland gefunden, insbesondere in wärmeren und trockeneren Regionen. Diese Bedingungen begünstigen das Überleben und die Entwicklung der Zecken.

Besonderheiten der Hyalomma-Zecke

Im Vergleich zum heimischen Gemeinen Holzbock weist die Hyalomma-Zecke einige auffällige Merkmale auf:

  • Größe: Mit bis zu zwei Zentimetern ist sie deutlich größer als andere in Deutschland vorkommende Zeckenarten.
  • Gestreifte Beine: Charakteristisch sind ihre auffällig gestreiften Beine.
  • Aktives Jagdverhalten: Anders als viele heimische Zeckenarten lauert die Hyalomma-Zecke nicht passiv, sondern bewegt sich aktiv auf ihre Wirte zu und kann dabei mehrere Meter zurücklegen.

Übertragene Krankheiten

Die Hyalomma-Zecke ist bekannt dafür, verschiedene Krankheitserreger zu übertragen:

  • Krim-Kongo-Fieber: Eine virale Erkrankung, die zu hämorrhagischem Fieber führen kann. Symptome sind hohes Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Blutungen. Die Sterblichkeitsrate kann bis zu 30 % betragen.
  • Fleckfieber: Verursacht durch Bakterien der Gattung Rickettsia, führt es zu hohem Fieber, Hautausschlägen und weiteren grippeähnlichen Symptomen.

In Deutschland wurden bisher keine Hyalomma-Zecken gefunden, die das Krim-Kongo-Virus tragen. Allerdings wurde in etwa 30 % der untersuchten Zecken der Erreger des Fleckfiebers nachgewiesen.

Einfluss des Klimawandels

Der Klimawandel spielt eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung der Hyalomma-Zecke:

  • Höhere Temperaturen: Mildere Winter und wärmere Sommer ermöglichen es den Zecken, in Deutschland zu überleben und sich zu entwickeln.
  • Verlängerte Aktivitätsphasen: Die Zeckensaison beginnt früher und endet später, was das Risiko von Zeckenstichen erhöht.

Schutzmaßnahmen

Um das Risiko eines Zeckenstichs zu minimieren, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Körperbedeckende Kleidung: Tragen von langen Hosen und Ärmeln beim Aufenthalt in der Natur.
  • Zeckenschutzmittel: Verwendung von Repellentien auf Haut und Kleidung.
  • Körperkontrolle: Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich nach Zecken absuchen.
  • Schnelle Entfernung: Entfernung von Zecken mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenentfernungswerkzeugen.

Die Hyalomma-Zecke stellt derzeit in Deutschland kein akutes Gesundheitsrisiko dar. Dennoch ist es wichtig, über ihre Besonderheiten und potenziellen Gefahren informiert zu sein, insbesondere im Kontext des sich verändernden Klimas.

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