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Deutscher Pflegerat setzt auf die Gesundheitsministerkonferenz

Credits : iStock.com/Sakorn Sukkasemsakorn

Der Deutsche Pflegerat (DPR) richtet seine Hoffnungen auf die anstehende Gesundheitsministerkonferenz (GMK), um dringend benötigte Reformen in der Pflegepolitik voranzutreiben. Die Organisation sieht die GMK als entscheidende Plattform, um zentrale Anliegen der Pflegeberufe endlich nachhaltig zu adressieren.

Prioritäten des Deutschen Pflegerats

Die Präsidentin des DPR, Christine Vogler, betont insbesondere vier zentrale Forderungen:

  • Flächendeckende Tarifbindung: Die Pflegebranche müsse endlich tarifgebunden vergütet werden, um faire Löhne und damit mehr Fachkräfte zu sichern.
  • Verbindliche Personalbemessung: Es brauche eine gesetzliche Regelung, die eine ausreichende Zahl von Pflegekräften garantiert – eine Überlastung des Personals schade nicht nur den Pflegebedürftigen, sondern auch der Gesundheit der Pflegenden selbst.
  • Eigenständige Pflegekammern: Der DPR fordert weiterhin die bundesweite Einführung von Pflegekammern, um die Selbstverwaltung und politische Stimme der Profession zu stärken.
  • Stärkung der Ausbildung und Weiterbildung: Eine moderne, durchlässige und akademisierte Ausbildung soll die Attraktivität des Berufs steigern und Fachkräfte langfristig binden.

Die Rolle der Gesundheitsministerkonferenz

Die Gesundheitsministerkonferenz ist ein Gremium der Gesundheitsministerinnen und -minister der Bundesländer. Sie bündelt die Interessen der Länder und entscheidet über gesundheitspolitische Fragen mit weitreichenden Auswirkungen auf die Versorgung. Der DPR erhofft sich von der diesjährigen Konferenz klare Signale für Reformen, die über bloße Ankündigungen hinausgehen.

Christine Vogler betont, dass die Pflegepolitik nicht länger im Schatten anderer gesundheitspolitischer Themen stehen dürfe: „Pflege ist nicht nur ein Anhängsel der Medizin, sondern eine eigenständige Profession mit eigener Expertise, die systematisch gestärkt werden muss.“

Fachkräftemangel bleibt ungelöst

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist seit Jahren ein drängendes Problem. Laut Statistischem Bundesamt fehlten allein im Jahr 2023 über 50.000 Pflegefachkräfte bundesweit. Dieser Trend verschärft sich durch die demografische Entwicklung, die sowohl mehr Pflegebedürftige als auch altersbedingt ausscheidende Fachkräfte bedeutet. Der DPR sieht deshalb in der GMK eine Gelegenheit, endlich wirksame Schritte gegen diesen Missstand einzuleiten.

Erwartungen an Bund und Länder

Der Deutsche Pflegerat appelliert an die Länder, sich gemeinsam mit dem Bund auf eine ressortübergreifende Pflegepolitik zu verständigen, die die Profession umfassend stärkt. Dazu gehören nicht nur faire Arbeitsbedingungen, sondern auch Investitionen in Bildung, Forschung und Digitalisierung.

Gerade die Länder seien gefordert, da sie für die Ausbildungskapazitäten und die Rahmenbedingungen der Pflegeberufe verantwortlich sind. Vogler mahnt, dass „die Länder eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Pflegekammern und bei der Finanzierung der Ausbildung spielen. Hier erwarten wir endlich greifbare Lösungen statt Lippenbekenntnisse.“


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