Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass Bodybuilder ein signifikant erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod (PHT) aufweisen. Insbesondere bei professionellen Athleten ist das Risiko im Vergleich zu Amateuren deutlich erhöht.
Erhöhtes Risiko für plötzlichen Herztod
Die Analyse von 20.286 männlichen Bodybuildern über einen Zeitraum von 15 Jahren ergab 121 Todesfälle. Davon waren 46 Fälle (etwa 38 %) auf plötzlichen Herztod zurückzuführen. Besonders betroffen waren Profi-Bodybuilder, deren Risiko für einen plötzlichen Herztod mehr als fünfmal höher war als das von Amateuren. Bei Teilnehmern des „Mr. Olympia“-Wettbewerbs lag die Rate sogar bei 386,10 pro 100.000 Athletenjahre.
Mögliche Ursachen
Mehrere Faktoren könnten zu diesem erhöhten Risiko beitragen:
- Anabole Steroide: Der Missbrauch von anabolen Steroiden ist im Bodybuilding weit verbreitet. Diese Substanzen können zu strukturellen Veränderungen des Herzens führen, wie einer Vergrößerung des Herzmuskels (Kardiomegalie) und einer Verdickung der Herzwände (ventrikuläre Hypertrophie).
- Intensives Training: Extremkraftübungen und schneller Gewichtsverlust, einschließlich strenger Diäten und Dehydration, belasten das Herz zusätzlich.
- Fehlende medizinische Kontrollen: Viele Athleten unterziehen sich nicht regelmäßig medizinischen Untersuchungen, wodurch potenzielle Herzprobleme unentdeckt bleiben.
Vergleich mit anderen Sportarten
Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, die oft die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern, scheint Bodybuilding, insbesondere auf Profiniveau, das Risiko für plötzliche Herztode zu erhöhen. Während der plötzliche Herztod beim Sport allgemein selten ist, mit einer Inzidenz von 0,5 bis 2 pro 100.000 Sportler pro Jahr, liegen die Raten im professionellen Bodybuilding deutlich höher.
Empfehlungen für Bodybuilder
Angesichts dieser Erkenntnisse sollten Bodybuilder, insbesondere Profis, folgende Maßnahmen in Betracht ziehen:
- Regelmäßige medizinische Untersuchungen: Herzuntersuchungen können helfen, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.
- Verzicht auf leistungssteigernde Substanzen: Der Verzicht auf anabole Steroide und andere leistungssteigernde Mittel kann das Risiko für Herzprobleme reduzieren.
- Ausgewogenes Training: Eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining kann die Herzgesundheit fördern.
- Bewusste Ernährung und Hydration: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die allgemeine Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen medizinischen Fachgesellschaften und der Bodybuilding-Gemeinschaft, um vorbeugende Maßnahmen, regelmäßige medizinische Kontrollen und wirksamere Anti-Doping-Maßnahmen einzuführen.